Kreispokal Mainz-Bingen (Halbfinale): TSVgg Stadecken-Elsheim - FC Basara Mainz 10:9 n.E. (2:2; 1:1)

Geschrieben von Florian Sieben am .

Mit größter Leidenschaft zum Halbfinalsieg

 

TSVgg Stadecken-Elsheim: 
Klonek, Baumgärtner (62., Hadzipasic), Antwerpes,  Große Böckmann, Sinock,
Dannenberg, Klein, Mildner, Kaulfuss, Reinke, Engemann

FC Basara Mainz: 
Voggeneder, Sorihashi, Matsumoto, Kostadinov, Misaki,  Miyairi,
Bobaj (35., Ishii), Hidaka, Bröker, Fujiura, Yamamoto, (105., Yamashita)

Tore: 
0:1 Yamamoto (17.), 1:1 Reinke (21.), 1:2 Yamamoto (81.), 2:2 Hadzipasic (86.)

Elfmeterschießen: 
2:3 Hidaka, 3:3 Reinke, Klonek hält Elfmeter von FC Basara Mainz, 4:3 Antwerpes,
Klonek hält Elfmeter von FC Basara Mainz, 5:3 Mildner, 5:4 Kostadinov, Hadzipasic verschießt Elfmeter,
5:5 Bröker, Voggeneder hält Elfmeter von Dannenberg, 5:6 Ishii, 6:6 Große Böckmann, 6:7 Sorihashi,
7:7 Klein, 7:8 Fujiura, 8:8 Engemann, 8:9 Misaki, 9:9 Sinock, Klonek hält Elfmeter von FC Basara Mainz, 10:9 Kaulfuss

Florian Sieben und Tim Antwerpes I Wer an diesem nasskalten Dienstagabend einer der rund 350 Zuschauer auf dem Sportplatz der TSVgg Stadecken-Elsheim war, dem wurde für das gezahlte Eintrittsgeld nicht bloß ein wenig Amateurfußball gezeigt. Was die Erste und Gegner Basara Mainz über 120 Minuten und darüber hinaus zeigten, war an Hingebung, spielerischer Klasse, unbedingten Willen und einer Spur Dramatik nicht zu überbieten. Als schließlich um 22:18 Uhr Marvin Kaulfuss zum Elfmeterpunkt trat und den Ball zum 10:9-Siegtreffer in die Maschen setzte, kannte die Freude keine Grenzen mehr. Es war geschafft. Erstmalig wurde das Finale des Kreispokals erreicht und erstmals hat man nun die große Chance, im Duell gegen den TSV Wackernheim, den Pott ins Selztal zu holen.

Mit dem FC Basara Mainz hatte man mit dem unangefochtenen Tabellenführer der A-Klasse Mainz-Bingen den wohl schwersten der drei möglichen Vereine als Halbfinalgegner zugelost bekommen. Hatte man noch neun Tage zuvor relativ chancenlos mit 1:3 verloren, war man sich an diesem Abend sicher, den Sieg einfahren zu können. Flutlichtspiel, die Unterstützung der zahlreichen Zuschauer im Rücken und die Pokal-Atmosphäre waren für alle Spieler wie auch für Trainer Albert Hoppe eine Extraportion Motivation.

Klar war jedoch von Beginn an: die Defensive musste stehen und den überwiegend in Ballbesitz agierenden Mainzern musste möglichst in jeder Aktion der Schneid abgekauft werden. Klappte dies zu Beginn durch eine mannschaftlich gute Leistung zunächst formidabel, zeigte sich erstmals nach 17 Minuten die unglaubliche individuelle Klasse der japanischen Akteure, seines Zeichens von Stürmer Yamamoto, der sich im Zentrum gekonnt durchsetzen und schließlich den Ball mit einem strammen Distanzschuss gezielt im Tor unterbringen konnte.

Doch schon jetzt wurde spürbar, dass man nicht gewillt war, sich einer drohenden Niederlage zu beugen und so dauerte es nur vier Minuten, bis Vincent Reinke, nach Flanke von Kai Engemann, sich unnachahmlich im Strafraum durchsetzte und den Ball flach einnetzen konnte. Ausgleich, die Uhren wieder auf Null gestellt.

Das weitere Spiel bis zur 80. Minute ist nun schnell erzählt. Basara drückte weiterhin ungemein, sollte jedoch im Großen und Ganzen keine zwingenden Torchancen mehr erspielen können und wenn doch, war auf Torhüter Christopher Klonek Verlass.

Dann zeigte wiederum Yamamoto seine großartige individuelle Klasse und erzielte, nachdem er zunächst von Kapitän Hidaka bedient wurde und noch die TSVgg-Abwehr schwindelig spielte, das 1:2. Die Freude bei den Gästen war riesig, glaubte man sich doch dem Sieg schon so nahe. Doch eine Chance sollten die wie die Löwen kämpfenden Gastgeber noch erhalten und diese nutzte der für den verletzten Philipe Baumgärtner eingewechselten Lenny Hadzipasic und versenkte aus 30 Metern den Ball mit einem Gewaltschuss im Gästetor. Ein erstes Mal kochten die Emotionen über, der erneute Ausgleich war geschafft, das Aus vorerst abgewendet.

Als nach 90 packenden Minuten noch kein Sieger feststand, musste die Partie in die Verlängerung gehen. Man merkte nun, dass das ständige Ankämpfen gegen die spielerische Stärke des Gegners Kraft gekostet hatte, doch man spürte, dass jeder der Spieler bereit war, über seine Grenzen zu gehen, um das große Ziel, den Finaleinzug zu erreichen. Und so waren auch die 30 Minuten zusätzliche Spielzeit ein Spiegelbild der bisherigen Begegnung, doch: es sollten keine weiteren Tore fallen, was das Elfmeterschießen zur Folge hatte.

Es begann der Gast, für den Kapitän Hidaka souverän verwandelte. Ebenso trafen in der Folge Vincent Reinke, Tim Antwerpes und Philipp Mildner, während Elfmeterkiller Christopher Klonek wieder zuschlug und die folgenden beiden FC-Versuche parierte. Der Sieg war nun zum Greifen nahe und sollte doch noch einmal in weite Ferne rücken. Zunächst vergab Lenny Hadzipasic und nachdem die Gäste durch den verwandelten Elfmeter durch Kostadinov wieder herankamen, vergab auch Nico Dannenberg und Bröker gelang der Ausgleich. Nun folgte das Sudden-Death. Basara legte vor und die Schützen des TSVgg mussten jeweils nachziehen. Den Elfmetern von Ishii, Sorihashi, Fujiura und Misaki, die allesamt erfolgreich vorlegten, mussten Silas Große Böckmann, Andreas Klein, Kai Engemann und Benedict Sinock, die alle unter gewaltigen Druck standen, nachziehen, was ihnen mit Bravour gelang. Die Stimmung im weiten Rund war zum Schneiden gespannt, als der nächste Aktuer der Gäste an den Punkt antrat, anlief und am überragenden Christopher Klonek scheiterte. Nun lag es an Marvin Kaulfuss, der das Spiel entscheiden konnte und dies auch tat. Was dann folgte war pure Freude und die Gewissheit, Großes erreicht zu haben.

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