B-Klasse Mainz-Bingen West (11. Spieltag): TSVgg Stadecken-Elsheim II - TSG Schwabenheim 3:4 (2:2)

Geschrieben von Florian Sieben am .

SG-Gedanke auf dem Prüfstand

                                                          

TSVgg Stadecken-Elsheim II:
Simon, Hintsch T., Hofmann E. (53., Dechent L.), Seifert, Sieben, Kegler Ph. (73., Leuschner),
Ahmed, Scherffius F. (64., Rutsch), Uphues, Fassel, Fitzi

TSG Schwabenheim:
Just, Hartmann S., Hartmann N., Fey, Schreiber (47., Kapser), Mastrocola,
Marx, Haddad, Janetzko, Klein, Ertel (70., Eckhard)

Tore:
0:1 Ertel (9.), 0:2 Mastrocola (17.), 1:2 Scherffius F. (30.), 2:2 Hintsch T. (33.),
2:3 Marx (59.), 3:3 Seifert (78., FE.), 3:4 Marx (84.)

Besondere Vorkommnisse:
Just (TSG Schwabenheim) hält einen Strafstoß von Fassel (55., TSVgg Stadecken-Elsheim)

Gelb-Rote Karte:
Klein (TSG Schwabenheim, 89., wiederholtes Foulspiel)

 

Florian Sieben I Ein Derby wie das gegen die TSG Schwabenheim bietet immer Stoff für gleich mehrere Geschichten. Auch dieses Mal kann man gleich zwei Geschichten zu diesem Spiel schreiben. Eine, welche ein Spiel umreißt, das mit sieben Toren alles bot, was ein Derby braucht und dann die andere, in der man an dem gesunden Menschenverstand einiger TSG-Akteure auf und außerhalb des Platzes. Denn das, was sich auf Seiten des TSG über die gesamte Dauer des Spiels auf und eben neben dem Platz abspielte, kann man einfach nicht mehr nur mit der Emotionalität eines Derbys erklären. Ständige Diskussionen, mitunter andauernde Beleidigungen gegenüber dem Schiedsrichter, bei welchen, wenn dieser eine klare Linie verfolgt hätte, mit David Janetzko, Sascha Ertl und Basil Haddad gleich drei TSG-Akteure sich nicht über einen Platzverweis hätten beschweren dürfen. Selbst Trainer Sascha Böhnke, der eigentlich eine Vorbildfunktion inne haben sollte, ließ sich zu Beleidigungen gegen Spieler der Zweiten hinleiten. Ist das ganze so bereits schlimm genug, kommt da der Aspekt hinzu, dass man immerhin seit ein paar Jahren im höheren Jugendbereich eine gemeinsame Spielgemeinschaft bildet. Diese sollte, neben den sportlichen Erfolgen, auch einen Zusammenhalt zwischen den Spielern stärken. Doch davon ist auf Seiten der TSG nicht viel zu sehen. Und so beleidigten selbst „Zuschauer“ wie Daniel Braun, früher ebenfalls Spieler der Spielgemeinschaft munter drauf los. Alles, leider, auch unter des Augen der TSG-Abteilungsleitung, welche sich auch nicht dazu genötigt sahen, dem ganzen Einhalt zu gebieten. Das bei all dem auch das Spiel litt, man mitunter sechs Minuten am Stück dieses nicht fortsetzen konnte, da ständiges Diskutieren den TSG-Akteuren wichtiger erschien, als das Spiel zu spielen, ist ein weiterer trauriger Aspekt, welchen der ersten Mannschaft von Schwabenheim aber relativ egal zu sein schien. Für sich darf man resultieren, dass man zwar das Spiel für sich entschieden hat, gegen die Zweite Mannschaft des Nachbarvereines, aber wenn tatsächlich das dafür sorgt, dass man emotional so über die Grenzen hinaus geht, muss dahingestellt bleiben, welchen Sinn auch solch eine Verbindung wie die Spielgemeinschaft hat. Für den Fußball war es ein trauriges Schauspiel, das muss man leider einmal so hingestellt sein lassen dürfen.

„Gespielt“, wenn man das so benennen soll, wurde auch noch, was dann die zweite Geschichte umreißt. Für die Zweite Mannschaft, bei denen der erkrankte Trainer David Wolf nicht aktiv auf dem Feld mitwirken konnte, eine Begegnung, welche schlechter nicht hätte beginnen können. So waren gerade einmal 17 absolut indisponierte Minuten gespielt, als die TSG nach Toren von Sascha Ertl und Sandro Mastrocola mit 2:0 in Führung lag. Doch nach gut 20 Minuten wachte die TSVgg langsam aus ihrer Lethargie auf und konnte durch Tore von Fabrice Scherffius und Timo Hintsch in der 30. und 33. zum 2:2 ausgleichen, was gleichzeitig den Halbzeitstand darstellte.

Der erste Aufreger der zweiten Halbzeit dann nach 55 Minuten. Ein langer Ball von Kapitän Philipe Kegler auf den in den Strafraum einlaufenden Fabrice Scherffius, der im Folgenden gefoult wurde und der Schiedsrichter auf Strafstoß entschied. Lukas Fassel nahm sich der Verantwortung an, aber TSG-Keeper Just parierte glänzend. Besser machte es nur wenige Minuten später auf der Gegenseite Pascal Marx, der auf der linken Seite aus scharfen Winkel zur 3:3-Führung für die Gäste einnetzen konnte. Dann war wieder die Zweite dran. Wieder ein Foul im Strafraum, dieses mal an den eingewechselten Frederik Leuschner und Daniel Seifert, der dieses mal zum Punkt trat, verwandelte sicher. Mit dem 3:3 wäre man auf Seiten der Zweiten wohl an diesem Tag, nach einem Spiel voller Fouls und Diskussionen, zufrieden gewesen. Doch die TSG wollte den Sieg an diesem Tag und wieder war es Marx, welcher in einer Kopie zu seinem ersten Tor nun in der 84. Minute den Siegtreffer erzielte.

Spiel verloren. Derby verloren. Ärgerlich, aber nicht das Schlimmste an diesem Sonntagmittag!

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