Kreispokal Mainz-Bingen (3. Runde): TSG Schwabenheim - TSVgg Stadecken-Elsheim 4:5 n.V. (3:2)

Derby-Kampf bis zum letzten Hemd

TSG Schwabenheim: 
Artl, Marx, Braun, Kasper (58., Haller), Rohn, Feser, Mastrocola,
Haddad (66., Christ), Janetzko, Ertel, Hartmann (78., Eckhard)

TSVgg Stadecken-Elsheim: 
Hofmann H., Lanzerath, Dechent S., Baumgärtner, Antwerpes, König (68., Hintsch F.),
Sinock, Klein, Mildner, Kaulfuss (120.+2, Hintsch T.), Engemann

Tore: 
0:1 König (14., FE.), 1:1 Hartmann (16.), 1:2 Mildner (24.), 2:2 Ertel (32.), 3:2 Ertel (39.),
3:3 Engemann (46.), 4:3 Braun (68.), 4:4 Klein (71.), 4:5 Kaulfuss (104.)

Gelb-Rote Karte: 
Mildner (108., TSVgg Stadecken-Elsheim, wiederholtes Foulspiel),
Ertel (120., TSG Schwabenheim, wiederholtes Foulspiel)

 

Florian Sieben und Tim Antwerpes I Nach den negativen Ergebnissen der letzten Wochen stand der Ersten Mannschaft nun die dritte Runde des Kreispokals vor der Brust. Wie die Losfee entschied, sollte es zu „dem“ Derby gegen die TSG Schwabenheim aus der klassentieferen B-Klasse kommen. Ein Sieg war Pflicht, wollte man sich nicht den Ruf komplett beschädigen. Doch war auch klar, dass gerade dieses Spiel kein Selbstläufer werden würde - Derby eben.

Um es vorwegzunehmen: es wurde ein leidenschaftlich umkämpftes Spiel, mit einer unglaubliche Derby-Stimmung, vielen teils kuriosen Toren, zwei Platzverweisen nach hitzigen Situationen und einem 5:4-Sieg der Hoppe-Elf nach Verlängerung. Alles, was den Fußball so grandios macht, wurde in diesem Spiel geboten. Der Begriff „Derby“ wohl für dieses Spiel geschrieben und die beiwohnenden Zuschauer kamen über 120 Minuten voll auf ihre Kosten.
Ganz hinwegtäuschen soll der Erfolg jedoch nicht, dass wieder einmal vieles nicht gepasst hat. Viele Fehlpässe prägten das Spiel der Ersten, immer wieder schlichen sich Ungenauigkeiten in das Aufbauspiel ein, teils kapitale Fehler führten zu einfachen Gegentoren, dumme Fouls, eine schlechte Chancenverwertung und zuweilen naiv geführte Zweikämpfe. Es gab so einiges auszusetzen am Spiel des TSVgg und so muss auch nach diesem Erfolg, so schön er eben sein mag, über das Wie Intern gesprochen werden.

Nicht unter den Tisch fallen soll dabei, dass Schwabenheim ein sehr gutes Pokalspiel ablieferte, trotz einiger Ausfälle, und bis zur letzten Minute alles für ein Weiterkommen getan hat.

Das 0:1 fiel nach einem Foulelfmeter früh in der Partie. In der 14. Minute verwandelte eben diesen Kai König, nachdem er zuvor strafwürdig im Sechszehnmeterraum gefoult wurde. Der Gegenschlag der Schwabenheimer sollte jedoch schnell folgen. Hartmann erzielte bereits zwei Minuten später mit einem direkt verwandelten Freistoß aus 23 Metern den Ausgleichstreffer, bei welchem Torhüter Hauke Hofmann keine gute Figur abgab.

Die neuerliche Führung dann wieder nur acht Minuten später. In der 24. Minute ist es Außenbahnspieler Philipp Mildner, der nach einer Ecke von Kai König auf den kurzen Pfosten, den Ball von Tim Antwerpes verlängert bekam und diesen trocken in den Winkel zum 2:1 verwandelte.

Ein Spiel ohne Pausen. Wieder dauerte es nur acht Minuten bis zum nächsten Treffer, wieder sollte es der Ausgleich für die TSG sein. Ein langer Ball aus der Verteidigung heraus von Hartmann auf Ertel – die Abwehr fand in dieser Situation nicht statt – und dieser blieb im Eins gegen Eins gegen Hofmann cool. Auch das 2:3 in der 39. Minute sollte wieder nach einem langen Ball fallen. Wieder Abstimmungsprobleme in der Abwehr und wieder ist es Ertel, der zur erstmaligen Führung für die Gastgeber einschießen konnte.

Mit diesem Ergebnis ging es dann auch in die Halbzeit. In der Kabine wusste man um die Situation und war sich im klaren, dass man nun eine Schippe drauflegen musste, um das Spiel noch zu seinen Gunsten drehen zu können. Einer, welcher der Ansprache von Trainer Albert Hoppe ganz genau gelauscht haben muss, war Kai Engemann, denn kaum war das Spiel zur zweiten Halbzeit wieder angepfiffen, schon nahm er sich ein Herz und schoss den das Spielgerät unhaltbar aus der Distanz in den linken Winkel zum 3:3 ein.

Nun schien man das Spiel in den Griff zu bekommen. Der Ball zirkulierte nun besser in den eigenen Reihen und Tormöglichkeiten konnten kreiert werden. Einzig: keine davon wurde zunächst zum Torerfolg genutzt. Die Schwabenheimer setzten nun vermehrt auf das Konterspiel, sollten damit aber in der 68. Minute zum Erfolg kommen, als über die linke Seite ein TSG-Spieler frei zum Flanken kommt und im Zentrum Braun zur neuerlichen TSG-Führung einschieben konnte.

Doch nun war nur noch die Erste am Zug und nur drei Minuten später sollte endlich wieder ein Tor fallen. Nach einer Balleroberung war es Kapitän Andreas Klein, der sich unwiderstehlich durch das Zentrum tanken konnte und dem Torwart keine Chance ließ.

4:4. An diesem Spielstand sollte sich auch bis zum Schlusspfiff nichts mehr ändern und so musste der Sieger des Spiels in der Verlängerung ermittelt werden. Die Entscheidung zugunsten der Hoppe-Elf dann in der 104. Minute. Nach einer Ecke durch Andreas Klein war es Stürmer Marvin Kaulfuss, der mit dem Kopf das 5:4 erzielen konnte.

Die letzten 15 Minuten warfen nun die Schwabenheimer alles nach vorne und das Spiel entwickelte sich für die Erste zu einer wahren Abwehrschlacht. Um jeden Preis wollte man ein Elfmeterschießen verhindern, zu welchem es dann fast doch noch gekommen wäre, als Ertel einen Kopfball an den Pfosten setzte. Zuletzte mussten Philipp Mildner und Doppeltorschütze Ertel das Spielfeld mit Gelb-Rot auch noch vorzeitig verlassen, was jedoch nichts mehr am Spielstand ändern sollte.

Der Jubel war groß, als der Schiedsrichter das Spiel abpfiff. Kein gutes Spiel, aber man hat gekämpft und sich für eben diesen Kampf über 120 Minuten am Ende mit dem Einzug in das Pokalviertelfinale belohnen können, wo es nun am 11. Oktober zum B-Klassen-Primus nach Frei-Weinheim geht.

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