B-Klasse Mainz-Bingen West (06. Spieltag): TSVgg Stadecken-Elsheim II - SG Bingerbrück/Weiler 2:1 (1:0)

Zweite macht aus einer Chance zwei Tore - und siegt erneut

TSVgg Stadecken-Elsheim II:
Hofmann H., Hofmann E., Britz, Lanzerath, Wolf D. (66., Rutsch), Kegler Ph.,
Haar (73., Haar), Hornke, Uphues, Fitzi, Leuschner (57., Fassel)

SG Bingerbrück/Weiler:
Heinz, Stipp (46., Doliwa), Peifer, Jannke (77., Strassburger), Meurer (40., Fries),
Engelhardt, Ingenbrand, Witzmann, Sinanovic, Bülow, Hertz

Tore:
1:0 Stipp (6., ET.), 1:1 Ingenbrand (50.), 2:1 Fassel (62.)

 

Florian Sieben I Was man am Samstagabend zunächst auf dem Brunnenfest in Elsheim, später auf dem Hoffest des Weingut Eppelmann in Stadecken hören durfte, ließ aufhorchen. Immer wieder hallte es: „Spitzenreiter, Spitzenreiter!“ Nichts Neues, denken sich jetzt einige. Die Erste Mannschaft will doch oben mitspielen. Wenn es aber die Zweite Mannschaft ist, die zu solchen Gesängen anstimmt, darf man doch hellhörig werden. Redet man tatsächlich über die Zweite Mannschaft, die vor nicht einmal drei Monaten so gut wie abgestiegen war? Exakt! Nach nunmehr vier Siegen aus den ersten vier Partien grüßte die Mannschaft von Spielertrainer David Wolf, wenn auch nur bis Sonntagabend, vom Platz an der Sonne der B-Klasse Mainz-Bingen West.

 

Auch gegen die favorisierte Spielgemeinschaft aus Bingerbrück und Weiler konnte, nach einem schier unmenschlichen Kampf, ein Sieg eingefahren werden. Wer die 90 Minuten gesehen hat, wird wohl noch länger über sie schwelgen, denn es war ein turbulentes Spiel. Gleich zu Beginn ein erstes Ausrufezeichen der Zweiten. Der Gegner wusste gar nicht, wie ihm geschieht, denn Wolf ordnete trotz der Spätsommerhitze, seine Spieler immer wieder an, hoch anzulaufen und so den Druck auf Ball und Gegner zu erhöhen. Eine Taktik, die bereits nach sechs Minuten zum Erfolg führen sollte. Wieder wurde früh angelaufen und die Spielgemeinschaft sah sich bereits 20 Meter vor dem eigenen Tor einem hohen Druck ausgesetzt. Aus diesem Druck heraus war es SG-Verteidiger Stipp, der den Ball, ohne einen Blick zurückzuwerfen, in Richtung des eigenen Tores spielte. Er tat dies jedoch ohne zu wissen, dass sein Keeper weit draußen vor dem eigenen Gehäuse stand und so fand der Ball unter dem großen Jubel der TSVgg-Akteure den Weg ins Tor.

Mit dieser frühen Führung im Rücken hoffte man auf Sicherheit im Spiel. Doch wie schon gegen Zornheim sollte eher das Gegenteil der Fall sein. Die Spielgemeinschaft kam nun besser ins Spiel, ohne jedoch zwingende Chancen herauszuarbeiten. Die Defensive der Zweiten leistete eine enorme Laufarbeit und konnte so die Führung in die Halbzeit retten. Eine Pause, in der die Gäste eigentlich nur noch mit zehn Spielern hätten gehen dürfen. Jedoch sah SG-Stürmer Sinanovic nach einem Kopfstoß an David Wolf nicht die rote Karte. Ein grober Fehler des Schiedsrichters, der auch in einer späteren Situation sehr gnädig mit den Akteuren aus Bingerbrück und Weiler war.

Die zweite Hälfte startete wieder furios, dieses Mal jedoch auf Seiten der Gäste. Über die linke Abwehrseite konnte Sinanovic nicht gestoppt werden und seinen hereingelegten Ball konnte der vor der Saison von Schwabenheim gewechselte Ingenbrand zum Ausgleich verwerten. Nun war das Spiel offen. Ein völlig ausgepumpter Frederick Leuschner, der sich in der Offensive aufgerieben hatte, machte nach 57 Minuten Platz für Lukas Fassel. Ein Wechsel, der Folgen haben sollte. Nur fünf Minuten später behauptete ein überragend spielender Torsten Fitzi einen schon verloren geglaubten Ball im zentralen Mittelfeld. Philipp Kegler behielt die Übersicht und schickte Alexander Uphues über die rechte Außenbahn. Dieser setzte zum Sprint an, flankte punktgenau auf den Elfmeterpunkt, wo der eingewechselte Lukas Fassel den einen Tick eher am Ball war als Gäste-Torwart Heinz und der Ball zum 2:1 wieder im Netz zappelte.

Das Spiel forderte weiter seine Opfer. Das Nächste sollte Spielertrainer David Wolf selbst sein, der alles gegeben hatte, nun aber nach 66 Minuten mit anhaltenden Krämpfen ausgewechselt werden musste. Die letzten 20 Minuten wurden bei der unnachgiebigen Hitze zu einem wahren Abnutzungskampf. Offensiv gelang nun kaum noch Entlastung und Defensiv war alles nur noch darauf ausgerichtet, die knappe Führung über die Zeit zu retten. Als die 90. Minute begann, wähnte man sich am Ziel, hatte jedoch die Rechnung ohne den Schiedsrichter gemacht, der sieben Minuten nachspielen ließ. Die Spielgemeinschaft kam ein um das andere Mal noch vor das Tor von Keeper Hauke Hofmann und neben seiner guten Leistung war wohl auch eine Portion Glück dabei, dass der erneute Ausgleich nicht fallen sollte.

Letztlich rettete man den knappen Sieg in einem hochintensiven Spiel über die Zeit. Ein Sieg der Moral, da man an diesem Samstagnachmittag nicht das spielerisch bessere Team war.

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