A-Klasse Mainz-Bingen (17. Spieltag): TSG 1846 Bretzenheim II - TSVgg Stadecken-Elsheim 4:5 (0:3)

Wahnsinnsspiel im Schneegestöber

 

TSG 1846 Bretzenheim II:
Martin, Gockel, Elz, Bork, Börger, Popp, Dahms (55., Hahn),
Peters, Kovtun (87., Peter), Adams (87., Augustyn), Kohlbacher

TSVgg Stadecken-Elsheim:
Gübler, Hintsch T., Luff, Wolf Y., Hadzipasic, Antwerpes, Klapper (79., Hornke),
Klein, Hintsch F. (89., Baumgärtner), Große Böckmann, Krützfeld

Tore:
0:1 Wolf Y. (7.), 0:2 Wolf Y. (32.), 0:3 Klapper (40.), 1:3 Adams (54.), 2:3 Kovtun (56.),
3:3 Popp (60.), 3:4 Hintsch F. (80.), 4:4 Popp (88.), 4:5 Antwerpes (90.+2.)

Florian Sieben und Tim Antwerpes I 59 Jahre. Dieses Alter erreichte Erstmannschaftstrainer Albert Hoppe in der Woche vor dem wichtigen Auswärtsspiel bei der zweiten Mannschaft der TSG 1846 Bretzenheim. Um wie viel Jahre er in den 90 Minuten gealtert ist, dürfte indes sein Geheimnis bleiben. Spurlos wird diese Partie, wie bei jedem, der sie erleben durfte, nicht vorbeigegangen sein. Zu viel Wahnsinn spielte sich dafür ab, zu viele Wendungen und Dramen, sowie ein Ende, das man sich als Fan des TSVgg Stadecken-Elsheim so nur im Traum hätte ausmalen können.

An einem verschneiten ersten Advent sollte das Spiel der Ersten in Bretzenheim, wohl aufgrund der frühen Anspielzeit, das einzige bleiben, welches, trotz widriger bis irregulärer Bedingungen in der A-Klasse Mainz-Bingen angepfiffen wurde. Dem zum Trotz war das Team um Kapitän Andreas Klein mehr als gewillt, zum Abschluss des Jahres noch einmal drei Punkte einzufahren, um den Kontakt zu den vorderen Plätzen wiederherzustellen. Dabei ging man ein bewusstes Risiko, kehrte doch das komplette Offensiv-Trio um Felix Hintsch, Yannick Wolf und Raiko Krützfeld nach Krankheit oder Verletzung gerade erst in das Team zurück und sollte es nun von Beginn an richten.

Es sollte sich, so viel sei gesagt, auszahlen, denn die Erste begann furios. Bereits nach sieben Minuten die Führung für die Gäste, nach einem herausragenden Zusammenspiel zwischen Raiko Krützfeld und Yannick Wolf, welches Letztgenannter zum 1:0 vollendete. Es lief nun und nach einer guten halben Stunde sollte es wieder Yannick Wolf sein, der, über die Außenbahn von Tim Antwerpes bedient, den Ball zum 2:0 nur noch einschieben brauchte. Doch damit nicht genug, auch das dritte Tor sollte noch vor der Halbzeit fallen, erzielt durch Christian Klapper, der zum zweiten Mal in dieser Spielzeit einen Ball eiskalt in den Winkel einnetzte.

3:0 zur Halbzeit. Ein absolut überlegenes Spiel. Was sollte da noch schief gehen? Dachte wohl auch die Erste und ließ zu Beginn der zweiten Hälfte merklich die Zügel schleifen, was die Gastgeber für sich nutzten und in gerade einmal sechst Minuten durch Adams (54.), Kovtun (56.) und Popp (60.) aus einem 0:3-Rückstand ein 3:3 machten. Die Erste nun mit dem Rücken zur Wand, spielten die Gastgeber in dieser Phase doch einen berauschenden Fußball und hätte wohl, bei besserer Chancenverwertung gleich noch einmal zwei bis drei Tore nachlegen können. Doch die Hoppe-Truppe überstand die Drangphase nach dem Ausgleich einigermaßen schadlos und begann ab der 70. Minute selbst wieder offensiv aktiv zu werden. Zunächst war es noch Klapper, der nach Vorarbeit des an diesem Tag überragend spielenden Yannick Wolf nur noch am Verteidiger der Gastgeber, welcher auf der Linie rettete, scheiterte. Nur Minuten später sollte der Ball dann aber auch wieder im Netz liegen und erneut die Führung bejubelt werden. Andreas Klein hatte perfekt eingeleitet, den Ball durch die Schnittstelle der Abwehr gespielt, in welche Felix Hintsch bereits eingelaufen war und das Spielgerät unten links in der Ecke versenkte.

Das sollte doch dieses Mal reichen, dachte man sich. Man dachte falsch. Wieder kamen die Bretzenheimer, die ähnlich wie die Erste Mannschaft, eine klasse Moral bewiesen, zurück und wieder war es Popp, der in der 88. Minute nach einer Ecke den Kopf hinhielt und den Ball in die Maschen wuchtete. 4:4, ein Wahnsinnsspiel, das jedoch noch immer nicht zu Ende war. Albert Hoppe brachte nun Philippe Baumgärtner, der in seiner ersten Aktion beinahe die erneute Führung herausschoss, jedoch am TSG-Keeper scheiterte. Doch keiner steckte auf. Es lief bereits die zweite Minute der Nachspielzeit, als man sich noch ein letztes Mal in die Hälfte der Gastgeber bemühte. Es war wiederum Yannick Wolf, der den Ball über die tief in Spitze gespielt bekam, quer legte und Tim Antwerpes zum 5:4 einschob. Was folgte war ein kollektiver Schweinehaufen, die pure Ekstase, denn dieses Mal musste es doch einfach zum Sieg reichen. Doch noch dauerte es quälende Minuten, welche der Schiedsrichter nachspielen ließ, bis er endlich abpfiff und nun endgültig gefeiert werden konnte.

Drei Punkte wurden eingefahren. Doch war dieser Sieg, gerade wie er am Ende eingefahren wurde, so viel mehr wert und könnte als Startschuss für die Ende Februar beginnende Rückrunde gesehen werden, wo dann vieles besser laufen könnte, als es das noch in der Hinrunde tat.