25.08.2017 TSG Drais - TSVgg II

B-Klasse Mainz-Bingen: TSG Drais - TSVgg II  Ergeb: 1:1 (1:1)

Der Drais-Bann ist gebrochen

TSVgg Stadecken-Elsheim II: Grosser, Hintsch T., Szustak, Lanzerath, Seifert (46., Kaufmann), Wolf D. (56., Roßkopf), Becker, Haar, Harth, Hornke, König (86., Doll)

TSG Drais: Kowatschew, Sambale, Wichert, Stehl M., Kohl, Bohn, Stehl T., Brandenstein, Drach (85., Hantschel), Hoppe, Pfeiffelmann

Tore: 1:0 Kohl (18.), 1:1 Harth (39.)

Florian Sieben I Als die Partie in Drais nach 90 Minuten abgepfiffen wurde, wusste niemand so recht, wie das gegen die TSG erkämpfte Remis einzuordnen war. Klar, man hatte gegen den „Angstgegner“ aus Drais, nach sieben Spielen und zuletzt 2:23 Toren, mal wieder einen Punkt geholt und das auch noch an Stadecker Kerb, doch drei verletzt ausgewechselte Spieler, zuletzt kurz vor dem Ende Kai König, der sich schwer das Knie verdrehte, ebneten diesen Weg und trübten etwas das durchaus positive Ergebnis.

Dabei stand das Spiel kurz vor der Absage. Ein Gewitter zog über Mainz und schlimmer noch als der starke Regen waren die immer wiederkehrenden und nahen Blitze, die unentwegt einschlugen. An einen Spielbeginn zur anvisierten Zeit um 19:30 Uhr war überhaupt nicht zu denken. Doch als sich das Gewitter dann endlich verzog, konnten auch die Spieler zum Warmmachen auf den Platz und die Partie wurde mit einer halbstündigen Verzögerung angepfiffen. Besser zurecht mit dieser Ausganglage kamen zu Beginn definitiv die Gastgeber, die sofort pressten und dabei einige Fehler in der wieder einmal neu formierten und im Verlauf des Spiels drei Mal umformierten Abwehrreihe provozierten. Erstmals Profit hätte man aus dieser Überlegenheit beinahe in der zehnten Minute gezogen, als die Draiser einen Angriff über die linke Seite flach durchspielten, plötzlich vor Torwart Hauke Grosser auftauchten, der Ball jedoch knapp am Tor vorbeiging. Jetzt spielte auch die Zweite endlich mit und ein erster guter Vorstoß von Pascal Hornke und Jerome Haar endete in einer knappen, wohl aber richtig erkannten Abseitsstellung des Zweitgenannten, der ansonsten frei vor dem TSG-Keeper gestanden hätte.

Den gegen Drais zu befürchtenden Verlauf nahm das Spiel dann zunächst in der 18. Spielminute, als die Gastgeber wieder einmal ansehnlich flach durch das Mittelfeld kombinierten, um letztlich mit einem Abspiel durch die Schnittstelle der TSVgg-Abwehr den durchstartenden Kohl zu bedienen, der im Abschluss eiskalt blieb und den Ball zum 0:1 versenkte. Es dauerte etwas, bis sich die Zweite vom Schock des Gegentreffers erholte. Eine erste Annährung des gegnerischen Tores ergab sich erst wieder nach einer knappen halben Stunde, als nach einer Ecke von der rechten Seite Daniel Seifert am kurzen Pfosten per Kopf an den Ball kam und diesen nur denkbar knapp über die Latte setzte. Aus dem Spiel heraus gelang dem Team von Spielertrainer David Wolf noch nicht viel und so war es in der 39. Minute wieder ein Standard als Ausgangspunkt, der den Ausgleich bringen sollte. Einen steil geworfenen Einwurf auf Höhe der Mittellinie blockte David Wolf so geschickt, dass der Ball durchging und plötzlich Joshua Harth freien Weg zum Tor hatte, vor diesem er den Ball mit einem Gewaltschuss unhaltbar zum 1:1 versenkte.

Jetzt war man im Spiel. Nur eine Minute später scheiterte David Wolf, der knapp am Tor vorbei zielte und allein Joshua Harth hatte in der Folge noch zwei Gelegenheiten, die Führung zu erzielen, die er jedoch beide nicht nutzen konnte. Der dann ertönende Halbzeitpfiff kam leider zur Unzeit, hatte man gerade jetzt die Draiser vollkommen im Griff gehabt und so ein Gefühl, dass ein zweites Tor nahe lag.

Die erste Hiobsbotschaft dann während der Halbzeitbesprechung. Für Abwehrchef Daniel Seifert ging das Spiel mit Oberschenkelproblemen nicht mehr weiter. Für ihn rückte David Wolf in die Viererkette. Dieser musste dann elf Minuten nach Wiederanpfiff mit Knieproblemen das Feld verlassen und Kai König nahm seinen Platz in der Innenverteidigung ein - mit bekanntem Ende. Über das Spiel selbst gibt es, hinsichtlich der zweiten Hälfte, nicht mehr viel zu berichten. Eine spielerisch schwache Begegnung, die jedoch Kampf, Emotion und Einsatz bereithielt, hatte fast keine Höhepunkte mehr zu bieten und so blieb es auch nach 90 Minuten bei einem verdienten und gerechten Remis zwischen der Zweiten und dem nun nicht mehr so ganz „Angstgegner“ aus Drais.