15.08.2017 TSG Sprendlingen-TSVgg

Pokalerfolg – aber kritische Fragen müssen erlaubt sein

TSG Sprendlingen: Reiser, Wolf, Kracht, Seifert, Bayer, Cicu, Knewitz, Aliev, Fazzi (54., Gräff), Rick, Cimen

TSVgg Stadecken-Elsheim: Gübler, Luff (75., Engemann), Mildner (46., Krützfeld), Antwerpes, Klapper, Dannenberg, Klein, König, Große Böckmann, Harth (61., Kaulfuss), Eppelmann

Tore: 0:1 König (60.)

Florian Sieben I Neun Tage nach dem Erstrunden-Aus der Zweiten Mannschaft, musste unter der Woche auch die Erste im Abendspiel die erste Runde des Kreispokal bestreiten und dafür nach Sprendlingen fahren, um dort gegen die TSG, ein Team aus der C-Klasse, zu spielen. Die Rolle des Favoriten war klar verteilt und nach der Auftaktniederlage in der Liga gegen Ebersheim, war die Hoppe-Truppe gewillt, das Spiel frühzeitig an sich zu ziehen.

Die Anfangsphase gestaltete sich jedoch merklich schwer, standen die Gastgeber doch, wie zu erwarten war, sehr tief und konzentrierten sich vornehmlich darauf, zu verteidigen. Hinzu kam aber auch, dass es der Ersten nicht gelang, die nötige Laufbereitschaft und Kreativität im Offensivspiel an den Tag zu legen, die es bedurfte, um einen so tief stehenden Gegner erfolgreich zu bespielen. Einzig Einzelaktionen, wie ein Schuss von Kapitän Andreas Klein, der knapp am Tor vorbeiging, sorgten in den ersten Minuten annähernd für Gefahr. Ansonsten sahen die Zuschauer viel Leerlauf und eine Menge Fehlpässe, welche die Offensivbemühungen frühzeitig beendeten.

Das Spiel plätscherte in diesem Trott vor sich hin und alles wartete auf eine erste zwingende Chance, die sich in der 25. Minute für Christian Klapper eröffnen sollte, als er - bezeichnenderweise aus der Distanz - den TSG-Keeper zu einer starken Parade zwang. Ganz plötzlich waren es dann aber nach einer knappen halben Stunde die Gastgeber, die mit einer Doppelchance beinahe die Führung erzielten und es war einzig Torwart Nils Gübler zu verdanken, der beide Mal herausragend parierte, dass man nicht völlig überraschend zurücklag. In der Folge: ein tristes, ein sehr schlechtes Spiel der Ersten Mannschaft, dass für die Halbzeit viele Fragen zurückließ, die es in der Kabine zu beantworten galt.

Doch auch die zweite Hälfte begann mehr als holprig. Die Fehlerquote blieb eklatant hoch und Chancen, wie durch Tim Antwerpes, der knapp am Tor der Gastgeber vorbeischoss, entstanden mehr aus dem Zufall heraus, als nach einem gut strukturierten Spielaufbau. In der 54. Minute: Wechsel bei den Gastgebern und der neue Mann, Nils Gräff, brachte Schwung in die Partie und während das Spiel der Ersten immer weniger ansehnlicher wurde, witterte die TSG mit zunehmender Spieldauer ihre Chance, hier eine Überraschung zu landen.

Diese Hoffnung hielt jedoch nur bis zur 60. Minute. Endlich kam mal eine Flanke, in diesem Fall von Nico Dannenberg und im Zentrum konnte Kai König nicht nur sein Kopfballduell für sich entscheiden, sondern versenkte dabei auch den Ball unhaltbar für den Keeper im Eck zum 1:0. Das Tor brachte aber keinesfalls Ruhe in die Partie. Es wurde nun zerfahrener. Weiterhin versuchte man zumeist mit langen Bällen zu agieren - in den meisten Fällen erfolglos. Wirklich gefährlich würde man nur, wenn man mal den spielerischen Weg wählte, doch geschah dies viel zu selten.

Die Gastgeber hingegen mussten nun allmählich ihre sehr tiefe Grundaufstellung aufgeben, was mehr Räume bieten sollte. Jedoch schaffte es keine der Mannschaften, diese für sich zu nutzen.

Schock dann nach gut 70 Minuten, als Alexander Luff nach einem Eckball der Gastgeber und einem Zusammenprall im Zentrum liegen blieb und über Minute behandelt werden musste. Zwar konnte Entwarnung gegeben werden, dennoch kam für ihn Kai Engemann. Die letzten Minuten blieben umkämpft, doch keiner Mannschaft sollte noch ein Treffer gelingen und so gelang es der Hoppe-Truppe, die knappe Führung über die Zeit zu bringen.

Doch Fragen sollten nach solch einer Vorstellung erlaubt sein. Klar, gegen einen tief stehenden Gegner war von Beginn an klar, dass es schwer werden würde. Das Fehlen von Vincent Reinke und Felix Hintsch machte sich jedoch sehr bemerkbar und konnte kaum aufgefangen werden. Zumal auch, die sonst so ballsichere Defensive fahrig agierte und man abschließend fragen muss, ob dies ein Ausrutscher war, oder sich eine gewisse Arroganz gegenüber scheinbar kleinen Gegner eingeschlichen hat. Vielleicht kommt dieses Spiel als Warnschuss vor dem Heimspielauftakt in der Liga gerade recht für das Team, dass sich nun noch einmal mehr auf das Wesentliche fokussieren sollte, möchte man solche Spiele in Zukunft nicht noch häufiger erleben.