09.04.2017 TSVgg-TSV Mommenehim

Mommenheim-Spiel verkommt zur Farce
TSVgg Stadecken-Elsheim – TSV Mommenheim 5:1 (1:1)

TSVgg Stadecken-Elsheim: Gilbrin, Eppelmann, Baumgärtner, Hadzipasic (40., Klapper), Sinock, König, Klein, Hintsch F., Große Böckmann, Reinke
TSV Mommenheim: Widera, Kerlin, Klein S. (61., Schuhmacher), Mayer, Göbig, Wiedel, Resch, Heise, Schreiber (48.. Leonard), Atug, Toplek (31., Komada)

Tore: 1:0 Reinke (15., FE.), 1:1 Schreiber (26.), 2:1 Hintsch F. (50.), 3:1 Klein S. (61., ET.), 4:1 Klein (78.), 5:1 Klapper (83.)


Rote Karte: Widera (Tätlichkeit, 45., TSV Mommenheim),
Mayer (Tätlichkeit, 45., TSV Mommenheim),
König (Tätlichkeit, 45., TSVgg Stadecken-Elsheim),
Göbig (Grobes Foulspiel, 79., TSV Mommenheim)

Gelb-Rote Karte: Wiedel (Ball wegschlagen, 85., TSV Mommenheim),
Schuhmacher (Absichtliches Handspiel, 87., TSV Mommenheim)


Was dachte man, bis zum Sonntagnachmittag, nicht alles schon im Fußball erlebt zu haben: Torfestivals, hochemotionale Spiele, Markus Mangold als Flitzer auf dem Spielfeld. Dass es für all das dann doch noch einmal eine Steigerung an Kuriosität gibt, dachte niemand, bis es zum Ligaspiel gegen den Aufstiegsaspiranten aus Mommenheim kam. Zunächst einmal: ob das Ergebnis, das 5:1, bestand hat, ist gegenwertig noch überhaupt nicht sicher und gilt es vom Klassenleiter der A-Klasse Mainz-Bingen entschieden zu werden. Nichtsdestotrotz darf man wohl schon festhalten, dass sich die Erste, die mit dem absolut letzten Aufgebot auflief, einen Dreier sichern konnte, der für die Moral noch ganz wichtig sein kann. Um 17:10, als der Schiedsrichter die Begegnung frühzeitig abpfiff, da die Gäste nach Regelauslegung mit nur noch sechs Spieler einen zu wenig auf dem Feld hatten, interessierte sich dafür jedoch niemand.
In den Tagen vor dem Spiel hatte Trainer Albert Hoppe noch ganz andere Probleme, welchen er sich stellen musste. Mit Nico Dannenberg, Tim Antwerpes, Marvin Kaulfuss, Sven Dechent, Timo Hintsch, Philipp Mildner und Christopher Klonek fehlten dem Trainer der Ersten Mannschaft sieben Akteure. Da aber auch die Zweite bereits Personalprobleme hatte, konnte auch von dieser Seite aus kein Zugriff erfolgen, sodass Hoppe mit Christian Eppelmann und Christian Klapper auf zwei Spieler aus der A-Jugend zurückgriff.
Man erwartete auf heimischen Platz eine starke und hochmotivierte Mommenheimer Mannschaft, die seit nunmehr zwölf Spielen ungeschlagen war, zu Beginn des Spieltages zum ersten Mal in der Spielzeit den Relegationsplatz belegte und sich so zurecht Hoffnungen machte, um den Aufstieg mitzuspielen.
Zunächst sollte sich auch noch ein ganz normales Spiel entwickeln, wie man es sich jeden Sonntagnachmittag vorstellt. Die Erste musste zu Beginn noch an der eigenen Abstimmung feilen, was jedoch nur Verständlich war im Zuge der Personalrochade. Die Mommenheimer waren zunächst einen Hauch feldüberlegener, ohne jedoch zwingend vor dem Tor zu sein. Ein erster kleiner Aufreger dann in der 15. Minute, als Kai König seinen Flankenlauf über die linke Außenbahn in den Strafraum setzte, dort aber regelwidrig zu Fall gebracht wurde. Elfmeter. An den Punkt trat Goalgetter Vincent Reinke und ließ dem TSV-Keeper keine Chance. Ein Beginn nach Maß und der Startpunkt für ein Spiel, über das noch lange gesprochen werden wird. Bevor es jedoch hitzig werden sollte, gelang den Gästen nach 26 Minuten zunächst einmal, nach einem gut gespielten Angriff über die linke Seite, der Ausgleich und nur Daniel Gilbrin war es zu verdanken, dass man Minuten später nicht sogar in Rückstand geriet. Dann bereits sollten jedoch schon die ersten Ausläufer der sich anbahnenden Kartenflut folgen. Bereits vor dem Elfmeter mit Gelb verwarnt, tat TSV-Akteur alles, um auch die Ampelkarte zu erhalten. Noch war der Schiedsrichter gnädig, auch wenn die Anzahl an Foulspielen und den Ball wegschlagen eigentlich schon ausgereicht hätten, ihn vom Platz zu stellen. Nach 31 Minuten tat dies dann Gästetrainer Dollmann selbst, den Platzverweis vorausahnend. Nur Minuten später dann der erste Eklat. Völlig übermotiviert und wohl auch mit Ansage wurde Lenny Hadzipasic von einem Gästeakteur wüst weggegrätscht und musste Minuten später ausgewechselt werden. Gute Besserung auf diesem Weg. Für ihn kam A-Jugendspieler Christian Klapper. Mehr als ein Freistoß sollte es für diese Aktion jedoch nicht geben, obwohl bereits hier eine rote Karte fällig gewesen wäre. Diese folgte dann jedoch in der 45. Minute und zwar gleich in dreifacher Auslage. Was war passiert. Ein langer Ball auf die linke Seite der Gastgeber. Kai König, wie auch Gästekeeper Widera gehen zum Ball und es kommt zum Foulspiel von König. So weit so normal. Jedoch nicht für Widera, der sofort König anging und somit den Startschuss für die nächsten Minuten gab, in Folge derer König auf Seiten des TSVgg, sowie Widera und Abwehrspieler Mayer auf Seiten der Gäste nach Tätlichkeiten die rote Karte erhielten. Damit jedoch nicht genug. Nun kamen Trainer und Offizielle auf den Platz und stürmten auf den Schiedsrichter zu. Minutenlange Diskussionen folgten, bis das Spiel endlich weitergehen konnte und die Mannschaften, nun zehn gegen neun Akteure spielten.
Dachte man nun, dass das Gröbste hinter sich gebracht worden war, musste man sich leider täuschen lassen und das, obwohl die zweite Hälfte noch normal anfing. Die Erste versuchte von Anpfiff weg nun das Feld breit zu bespielen, um so den zahlenmäßigen Vorteil ausnutzen zu können. In der 50. Minute sollte dies das erste Mal Früchte tragen, als Felix Hintsch das 2:1 markierte. Nur elf Minuten später folgte das vorentscheidende 3:1, dass Gästeakteur Klein per Eigentor erzielte. In der 78. Minute war es dann Andreas Klein, welcher das Ergebnis auf 4:1 hochschrauben konnte, was wohl in der Folge manchen Draht eines Mommenheimer Spielers zu heiß werden ließ. So von Stürmer Göbig, der den Reigen der roten Karten nur eine Minute später nach dem erneuten Treffer fortsetzte und nach einem vollkommen unnötigen und groben Einsteigen an dem wieder einmal souverän agierenden Keeper Daniel Gilbrin vorzeitig zum Duschen geschickt wurde.
Das Spiel verkam nun zur Farce. Zehn Spieler der Gastgeber ließen den Ball nun gegen acht Mommenheimer, die sich gänzlich aufgegeben hatten, in den eigenen Reihen laufen. Nicht unter den Teppich gekehrt werden sollte jedoch noch das 5:1, dass Debütant Christian Klapper in der 83. Minute noch erzielen konnte, bevor das Spiel der Lächerlichkeit verfiel. Manchen Akteur der Gäste brannte nun gänzlich jede Sicherung durch und so legten es zuletzt die Spieler Wiedel und Schuhmacher mit geradezu lächerlichen Aktionen darauf an, selbst noch die Ampelkarte zu erhalten, damit das Spiel letztlich in der 88. Minute abgebrochen werden musste, da die Mommenheimer nicht mehr ausreichend Spieler auf dem Platz stehen hatten. Wirklich freuen konnte sich auch Seiten der Ersten keiner über die Art und Weise des wahrscheinlichen Sieges und die Mommenheimer? Die gaben an diesem Sonntag ein wahrhaft schändliches Bild für den sowieso bereits gebeutelten Gesamtverein der TSV ab und hat sich mit dieser Zirkuseinlage wohl selbst aus dem Aufstiegsrennen verabschiedet.Mommenheim-Spiel verkommt zur Farce