05.03.2017 TSVgg-FC Nackenheim

A-Klasse Nord: TSVgg - 1.FC Nackenheim  Ergeb: 8:0

Reinke zaubert bei Acht-Tore-Gala

Torfolge: 1:0 (18.Min) Vincent Reinke, 2:0 (46.Min) Tim Antwerpes, 3:0 (48.Min) Nico Dannenberg, 4:0 (63.Min) Vincent Reinke, 5:0 (76.Min) Vincent Reinke, 6:0 (79.Min) Felix Hintsch, 7:0 (89.Min) Vincent Reinke, 8:0 (90.Min) Marvin Kaulfuss

Wer nach dem Schlusspfiff in das Gesicht von Albert Hoppe blickte, der sah einen in sich zufriedenen Trainer der Ersten Mannschaft. Eine, gerade in der zweiten Halbzeit, überragende Partie hatte er in den letzten 90 Minuten begutachten können, die ihm zeigten, dass der Weg, welcher in der Wintervorbereitung eingeschlagen wurde, der Richtige war, der nun erste Früchte trug. Der 1. FC Nackenheim war zu Gast und konnte wohl nach dem Spiel froh sein, dass man heil nach Hause fand nach dem Spiel, so wurde man gerade in der zweiten Hälfte durchgewirbelt. Dass es am Ende acht Tore und ein großes Spektakel werden sollten, war zu Beginn des Spiels nicht absehbar, waren es doch zunächst ruhige und gedenkende Töne, die angeschlagen wurden. Mit einer Schweigeminute und dem Tragen des Trauerflors wurde dem an der Fastnacht verstorbenen Walter Eppelmann, einem Urgestein des TSVgg gedacht.
Nach diesem Moment der Andacht aber hieß es Vollgas und hätte Felix Hintsch 2-3 Schuhnummern größer, man hätte sich bereits nach 10 Minuten über das ein oder andere Tor freuen können. Doch so blieb es erst einmal beim torlosen Remis bei einem Spiel, in dem die Erste zunächst alles unter Kontrolle hatte. Zwar verzichtete man vom Start weg noch auf das sehr aggressive Anlaufen, dass in den letzten Vorbereitungsspielen zu beobachten war, doch auch so hatte man Ball und Gegner im Griff, auch, weil die Defensive um die Innenverteidiger Silas Große Böckmann und Philippe Baumgärtner einen ausgezeichneten Job ablieferten und so ihrem Keeper Christopher Klonek einen weitgehend ruhigen Nachmittag ermöglichten.

Nachdem das Spiel nach den Möglichkeiten durch Felix Hintsch zunächst nur noch eine Halbchance der Gäste gesehen hatte, sollte der Ball nach 18 Minuten endlich zum ersten Mal im Netz der Gäste liegen. Hatte es als Vollstrecker zunächst noch nicht geklappt, so doch als Vorbereiter und Felix Hintsch legte den Ball, nach einem klasse Solo über die linke Außenbahn, so Mustergültig auf, dass Vincent Reinke nur noch dankend anzunehmen brauchte und den Ball zum 1:0 im Tor einnetzte. Bei diesem Tor, trotz einiger weiterer Chancen sollte es bis zur Halbzeit dann auch bleiben. Eine Entscheidung war, trotz der optischen Überlegenheit, damit keineswegs gefallen, auch wenn der Schiedsrichter nach etwa 35 Minuten dafür hätte Sorge tragen müssen, als Felix Hintsch nach einem klasse Pass aus der Tiefe, alleine auf den Torhüter der Gäste zulief und ein Nackenheimer Verteidiger sich nur noch mit einem Foul zu helfen wusste. Eigentlich eine klare Sache: Notbremse, rote Karte. Doch zur Bestürzung aller zeigte der ohnehin schwache Referee nur Gelb und lieferte mit der Aussage, der Torhüter sei ja noch da gewesen, die Begründung. Da muss man leider festhalten, dass einer beim Schiedsrichterlehrgang nicht ganz aufgepasst hat, als es um das Thema „Notbremse“ ging. Daher: setzen, Sechs!

Doch auch von solchen Unwägbarkeiten sollte die Erste an diesem Sonntagnachmittag nicht aufzuhalten sein und in der Kabine nahm sich nun vor, noch mehr zu wollen, aggressiver zu attackieren und schnell die Entscheidung suchen zu wollen. Umgesetzt wurde dies dann auch nach nicht einmal 60 Sekunden in der zweiten Hälfte, als nach einem Eckball von Nico Dannenberg Abwehrriese Philippe Baumgärtner den zweiten Pfosten freiblockte und dort völlig ungedeckt Tim Antwerpes einnicken konnte.

2:0 und ein Tor, dass Signalwirkung für die restliche Halbzeit haben sollte. Die Nackenheimer wussten nun gar nicht mehr, wie ihnen geschieht und so dauerte es nur weitere 120 Sekunden, bis Philipp Mildner nach Vorlage von Vincent Reinke das 3:0 nachlegte.

Es waren nicht einmal 50 Minuten gespielt, doch das Spiel war bereits entschieden. In der Folge sah man ein Spiel auf ein Tor. Die TSVgg blieb den Nackenheimern in jeder Hinsicht überlegen und spielte sich nun in einen wahren Rausch. Maßgebend dafür ein exzellent aufgelegter Vincent Reinke, der seine Gegenspieler ein ums andere Mal narrte und so nicht bloß Trainer Albert Hoppe in Verzückung versetzte, sondern für das zahlende Publikum allein schon das Eintrittsgeld wert war.

Die restliche zweite Halbzeit ist dann auch schon schnell erzählt. Während Nackenheim erfolglos auf Schadensbegrenzung aus war, fand die Erste immer mehr Gefallen am eigenen Spiel und am Tore schießen. Gerade Vincent Reinke war auf den Geschmack gekommen und erzielte in der 63. und in der 76. Minute das 4:0 und das 5:0. Das Tor treffen sollte, nachdem es in der ersten Halbzeit noch drei Mal gar nicht klappen wollte, auch Felix Hintsch, der nach Vorarbeit von Vincent Reinke, alleine auf das Gästetor zulief und mit der Picke zum 6:0 netzte. Das schönste Tor des Tages erzielte dann einmal mehr Vincent Reinke, der, bedient von Kapitän Andreas Klein, sich zunächst brillant gegen seinen Gegenspieler behauptete und dann, als wäre es nichts, mit einem eiskalten Heber den Torhüter ganz alt aussehen ließ.
Ein Wehrmutstropfen blieb bei allem Frohsinn des nun arrogant auftretenden Schiedsrichters, der es nicht für nötig hielt dem bereits vorverwarnten Konstantin Vollmer zunächst nach einem Schlag und später nach einem harten Foulspiel gegen Kai König die fällige Ampelkarte zu zeigen. Leider der schlechteste Mann auf dem Platz an diesem Tag.

Doch auch davon ließen sich die Akteure in weiß und rot die Stimmung des hochverdienten Sieges nicht mehr nehmen, deren Schlusspunkt in der 90. Minute Marvin Kaulfuss mit dem 8:0 setzte.

Der Auftakt war mehr als gelungen. Ein erstes Zeichen vor dem Spitzenspiel beim Tabellenführer gesetzt und am Wichtigsten: Trainer Albert Hoppe war zum Lachen zu Mute.