10.05.2016 TSVgg-FC Nackenheim

TSVgg-1.FC Nackenheim 

Ergeb: 7:2 (2:1

Kantersieg festigt vierten Tabellenplatz

TSVgg Stadecken-Elsheim: Klonek, Mildner, Baumgärtner, Sinock, Antwerpes, Mohr, König (70., Engemann), Klein, Wolf Y. (46., Hadzipasic), Kaulfuss, Reinke (77., Große Böckmann)

1. FC Nackenheim: Jost, Behr, Zimmermann, Tauchert, Türk (76., Schaffer), Vollmer, Böhm, Kunz (76., Ellner), Speckenheuer (83., Scheurich), Simmet, Brekerbohm

Tore: 1:0 Mohr (4.), 2:0 Wolf Y. (30.), 2:1 Speckenheuer (35.), 3:1 Kaulfuss (53.), 4:1 Kaulfuss (65.), 5:1 Reinke (75.), 5:2 Brekerbohm (82.), 6:2 Baumgärtner (84.), 7:2 Große Böckmann (89.)

Wenn auch verspätet, spielte auch die Erste Mannschaft noch ihr Kerbespiel zum Ende der Festlichkeiten am Dienstagabend. Gegner war der stark abstiegsbedrohte 1. FC Nackenheim. Ein Spiel also, in dem es für die Gäste um alles oder nichts ging und somit nichts zu verschenken hatte. Doch auch das Team von TSVgg-Trainer Albert Hoppe ging mit Zielen in das Spiel, wollte man an diesem Abend doch den vorentscheidenden Schritt gehen, um den vierten Tabellenplatz festzumachen. Mit einem Sieg und dann fünf Punkten Vorsprung auf den Fünften, dem FSV Oppenheim, wäre dieser, bei noch zwei ausstehenden Spielen, kaum mehr zu nehmen. Zudem war gegen die Nackenheimer noch eine Rechnung offen, verlor man doch auf bittere Art und Weise das Hinspiel mit 3:5. So hatte man also etwas gutzumachen und gerade, weil jedem klar war, dass es hier bestimmt kein Sparziergang geben würde, waren alle bis in die Haarspitzen motiviert. Sein Comeback nach mehrwöchiger Verletzungspause, in einer zur Vorwoche kaum veränderten Mannschaft, gab Philipe Baumgärtner, der den verhinderten Felix Hintsch auf der Innenverteidigerposition ersetzte.

Man wollte wacher beginnen, als zuletzt noch gegen Nierstein, als man die erste Hälfte noch fast gänzlich verschlief. Ein Ziel, welches definitiv erreicht wurde. Defensiv gut gestaffelt stehend, konnte man sich von Spielbeginn an gute Möglichkeiten nach vorne erspielen und ließ Ball und Gegner meist laufen. Das Spielgeschehen wurde kontrolliert, auch wenn die Gäste, die unbedingt einen Sieg benötigten, vom Start weg sehr hoch anliefen und eine regelrechte Manndeckung. Eine Maßnahme, auf die es sich erst einzustellen galt, was die TSVgg-Spieler jedoch schnell antizipierten und gute Schlüsse daraus zogen. In der vierten Minute dann der erste Eckball. Hereingebracht von Kai König, der Kopfballungeheuer Pierre Mohr suchte und der Kapitän freistehend zum 1:0 einköpfen konnte.

Die Tür war nun geöffnet und die Erste ließ nicht nach. Die Gäste wurde tief in ihrer Hälfte eingeschnürt, konnten jedoch zunächst einen weiteren Gegentreffer vermeiden, bis zur 30. Minute. Da gewann Mittelfelddenker und -lenker Andreas Klein im defensiven Mittelfeld den Ball, der den Ball mustergültig steil durch die Lücke der Abwehr auf den einlaufenden Kai König spielte, der wiederum vor dem Tor mit einem Querpass den von der linken Außenbahn mitlaufenden Yannick Wolf bediente und dieser den Ball nur noch einzuschieben brauchte. Das 2:0, ein Tor, herausgespielt wie aus dem Bilderbuch! Dachte man nun schon, dass der Wille der Nackenheimer bereits gebrochen sei, wurde man nur fünf Minuten eines Besseren belehrt. Ein Abseitsverdächtiger Pass in die Spitze auf Maurice Speckenheuer, der alleine auf Keeper Christopher Klonek zulaufen konnte und überlegt einnetzte.

2:1, ein Spielstand, mit dem es, trotz mehrerer noch gegebener Möglichkeiten auf Seiten der Gastgeber, in die Halbzeitpause ging. Lag man zwar in Führung, hakte es doch an der Effizienz der Chancenverwertung, währenddessen die Gäste aus Nackenheim aus der einen ihnen gegebenen Möglichkeit auch einen Treffer erzielen konnten.

Daher nahm man sich vor, schnellstmöglich nachzulegen, da man sich bewusst war, dass, je länger der Spielstand so knapp sein würde, desto mehr Emotionen würden aufkommen. Zudem wollte man nun nutzen, dass die Nackenheimer, die auf den Ausgleich aus waren, bestimmt hoch anlaufen würden und sich so Räume für Angriffe auftun würden.

Eins vorweg. Die von Albert Hoppe ausgegebene Taktik ging in der zweiten Halbzeit voll und ganz auf und die Erste konnte durch die sich bietenden Lücken noch fünf Tore erzielen.

Das 3:1 fiel, wie gefordert, keine zehn Minuten nach Wiederanpfiff. Wieder eine Co-Produktion zwischen Andreas Klein und Kai König, bei der wiederum letzterer den entscheidenden Assist lieferte, Marvin Kaulfuss mit einem Querpass bediente und dieser nur noch einzuschieben brauchte. Mit seiner dritten Torvorlage in diesem Spiel und der bereits 14. in dieser Saison, ist Kai König nun Top-Vorbereiter der A-Klasse Mainz-Bingen. Ein Fingerzeig eines beschlagenen Fußballers!

Das 4:1 folgte dann nach 65 Minuten und war wohl endgültig der Genickbruch für die Gäste. Vorbereiter dieses Mal Dauerläufer Vincent Reinke, der mit einem Pass auf die Außen Marvin Kaulfuss bediente, dieser quer von links in den Strafraum einlief und den Ball am Gäste-Keeper vorbei in das Tor schob.

Das 5:1 zehn Minuten später dann fast schon Slapstick. Pierre Mohr mit einem eigentlich ungenauen Ball in die Spitze, ein FC-Verteidiger köpft den Ball in Richtung eigenen Torwart, übersieht dabei aber den völlig freistehenden Vincent Reinke, der im Folgenden den herauslaufenden Keeper mit einem schönen Lupfer überspielte und so das Tor erzielte.

Der Druck der Gastgeber ließ nun etwas nach, war das Spiel doch entschieden und Nackenheim kam noch einmal zu einer Gelegenheit, die sie jedoch wiederum gleich zu nutzen wussten. Wieder Speckeheuer, der sich an am Strafraum in Richtung Tor aufdrehen kann, ein Pass zu Brekerbohn, der dann keine Probleme hatte, den Ball am chancenlosen Christopher Klonek vorbei ins Tor zu legen.

Doch nur ein kurzes Glücksgefühl, welches nur zwei Minuten später, in der 84. Minute, wieder der Ernüchterung bei den Gästen wich. Einen langen Eckball des eingewechselten Kai Engemann legte Marvin Kaulfuss quer und der mit nach vorne gerückte Philipe Baumgärtner musste den Ball nur noch über die Linie drücken. Ein Kunststück, dass ihm Minuten vorher nicht gelang, als er nach nahezu gleicher Situation noch am Ball vorbeitrat.

Der Schlusspunkt dann in der 89. Minute. Der überragende Andreas Klein auf Kai Engemann, der nun für Kai König die rechte Außenbahn bearbeitete. Dieser mit einer punktgenauen Flanke auf den ebenfalls kurz vorher eingewechselten Silas Große Böckmann, der den Ball sauber stoppen und dann klasse im Tor versenken konnte.

Kurz danach der Schlusspfiff, der jedoch fast unter dem Jubel der Gastgeber unterging. Wieder einmal konnte die Hoppe-Elf auf heimischen Gefilde überzeugen und gerade die zweite Halbzeit war ein Beispiel dafür, wie der Trainer seine Jungs spielen sehen will.